P-Konto - Online Konto Ohne Schufa

P-Konto oder online Konto ohne Schufa? MeineGiroKarte oder N26?

P-Konto, Basiskonto, online Konto ohne Schufa... Bevor ich mich damit auseinandergesetzt habe, konnte ich mit diesen Begriffen nichts anfangen und fand das auch ganz schön kompliziert.

Aber ich habe diese Konten mal genauer angeschaut und mir sogar zwei solcher Konten, von zwei Anbieter, zugelegt!

Daher möchte ich nun die Theorie und Praxis zusammen bringen und meine Erfahrungen mit Dir teilen.

Kurz gesagt ist es so:

  • Das Basiskonto bekommst Du, wenn Du aus finanziellen Gründen gerade ansonsten kein Bankkonto bekommen würdest
  • Das Pfändungsschutzkonto bekommst Du, wenn Du ein Girokonto hast, aber Dein Konto gepfändet werden soll. Dann kannst Du Dein bestehendes Girokonto in ein P-Konto umwandeln lassen.
  • Das online Konto ohne Schufa ist ein normales Girokonto, das aber nicht von Banken zur Verfügung gestellt wird, sondern von fintech Startups ohne Banklizenz

Basiskonto und Pfändungsschutzkonto sind also zwei unterschiedliche Kontomodelle; das eine dient dazu, Bürgern ein Konto zu verschaffen, das andere sichert einen Mindestbetrag auf dem Konto, geschützt vor einer Pfändung.

Also, was Du lernst Du in diesem Artikel:

  • Was ist ein Basiskonto, wie funktioniert es, für wen ist es? Kure Beschreibung
  • Was ist ein Pfändungsschutzkonto, wie funktioniert es, für wen ist es? Ausführliche Beschreibung
  • Was sind die gesetzlichen Bestimmungen, was ist die Pfändungsfreigrenze?
  • Was ist ein online Konto ohne Schufa?
  • Wo bekomme ich nun am besten so ein P-Konto oder schufafreies Konto her? N26 und MeineGiroKarte.
  • N26 und MeineGiroKarte: Welches P-Konto bieten diese beiden Unternehmen an, was sind die Vorteile und was ist der Leistungsumfang?

Auf geht's, legen wir los, dann kannst Du Dein online Konto sofort eröffnen:

Basiskonto: Kleine Einführung zum Jedermannkonto

Was ist das Basiskonto, für wen ist es und wie funktioniert es?

Das Basiskonto, oder auch Jedermannkonto und Guthabenkonto genannt, ist ein gesetzlich verankerter Anspruch von jedem Bundesbürger. 

Die Idee dahinter ist, dass jeder Verbraucher, der in der EU ansässig ist, einen Anspruch auf ein Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen hat, und zwar gilt dies auch für Obdachlose, Asylsuchende oder in der EU geduldete Personen. Grundlegende Funktionen sind alle Funktionen, die zur Eröffnung, Führung und Schließung eines Zahlungskontos und für die Nutzung von Basis-Zahlungsdiensten (Bareinzahlungen, Barauszahlungen, Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen) erforderlich sind.

In Deutschland wird diese EU Bestimmung im Zahlungskontengesetz geregelt. Das Bundesfinanzministerium beschreibt mit diesen Fragen und Antworten die Zusammenhänge und die Anwendung.

Selbst bei einer schlechten Schufaauskunft muss die Bank die Eröffnung eines Basiskontos bewilligen.

Also, die Logik ist: wenn Du im Moment kein Konto besitzt, kein Girokonto, mit dem Du am finanziellen und wirtschaftlichen Leben in Deutschland teilnehmen kannst, dann gibt das Basiskonto die Möglichkeit, wieder über ein Bankkonto zu verfügen und Einzahlungen, Auszahlungen und Überweisungen zu machen.

Aber eins ist auch klar: keine Bank der Welt wird Dir freiwillig so ein Bankkonto für umsonst geben. Die Banken wissen, dass Du das Recht auf dieses Basiskonto hast und sie wissen, dass sie Dir dieses Jedermannkonto geben müssen. Aber sie lassen sich diesen Service teuer bezahlen!

  • Commerzbank
  • Basiskonto
  • 6,90 Euro pro Monat
  • Deutsche Bank
  • Basiskonto
  • 8,99 Euro pro Monat
  • Volksbank
  • Basiskonto
  • 6,90 Euro pro Monat

Basiskonto Anbieter (online Konten)

Weiter unten in diesem Artikel gehe ich ja noch auf die beiden Anbieter ein, bei denen ich mir solche Konten eingerichtet habe, um mehr darüber heraus zu finden, wie die genau funktionieren: N26 und PayCenter.

Bei N26 nennt sich das Basiskonto "Flex Konto", bei PayCenter nennt sich das entsprechende Produkt "MeineGiroKarte". Beide Anbieter bieten attraktive Ausstattungsmerkmale für ihre Produkte, verlangen aber auch nicht zu vernachlässigende Gebühren. 

Auf jeden Fall kannst Du mit ihnen online Dein Bankkonto eröffnen.

 Lies hier weiter!

Pfändungsschutzkonto: Kleiner Führer über das P-Konto

Was ist ein P-Konto?

Jeder hat ein Anrecht auf ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto). Das ist eine europäische Richtlinie und Deutschland hat sie 2016 umgesetzt.

Und es ist auch unstrittig, dass die Banken nun jedem, der eine schlechte Bonität hat, ein P-Konto anbieten muss.

Aber eben nicht für umsonst! Sondern für ziemlich hohe Gebühren!

Bei einem P-Konto handelt es sich um ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto. Wie der Name sagt, schützt es die Einlagen auf dem Konto vor einer Pfändung. Das gilt allerdings nur bis zu einem gewissen Freibetrag.

Der Gesetzgeber will es Schuldnern mit diesem Modell ermöglichen, ein weitgehend normales zu Leben zu führen. Diese generelle Möglichkeit bringt eine große Erleichterung mit sich. Denn früher musste umständlich der Schutz eines gewissen Guthabens bei den Behörden beantragt werden.

Heute wird er mit der Einrichtung eines solchen Kontos automatisch, ohne jeden weiteren Antrag, gewährt.

Die gesetzliche Regelung beschreibt der Paragraph 850k der Zivilprozessordnung (ZPO): "In einem der Führung eines Girokontos zugrunde liegenden Vertrag können der Kunde, der eine natürliche Person ist, oder dessen gesetzlicher Vertreter und das Kreditinstitut vereinbaren, dass das Girokonto als Pfändungsschutzkonto geführt wird. Der Kunde kann jederzeit verlangen, dass das Kreditinstitut sein Girokonto als Pfändungsschutzkonto führt."

Jeder Bundesbürger hat das Recht darauf, ein P-Konto zu führen. Die Bank darf also den Antrag nicht ablehnen. Aber dieser Antrag muss gestellt werden. Von alleine wandelt die Bank ein Girokonto nicht um. Liegt eine Pfändung vor, wird diese sonst einfach ausgeführt.

Das Girokonto kann selbst dann in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden, wenn es bereits überzogen ist. Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass Einkommen oder Sozialleistungen vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt sind. Ist das Konto überzogen, wird die Bank alle Geldeingänge mit diesem Minus verrechnen.

Ist es auf Null, kann der Kunde über sein Guthaben verfügen. Es besteht also im Prinzip kein Schutz, bis das Konto wieder ausgeglichen ist. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit der Bank eine Regelung zur Rückzahlung dieses Betrages auszuhandeln. Dazu ist die Bank aber nicht verpflichtet. Der Kunde braucht also ein gewisses Verhandlungsgeschick.

Zu beachten ist auch, dass jede Person nur ein einziges P-Konto besitzen darf. Die Eröffnung mehrerer solcher Konten ist verboten. Sie ist aber auch faktisch ausgeschlossen. Denn der Besitz eines P-Kontos wird in der Schufa vermerkt. Die Bank würde in einem solchen Fall den Antrag also ablehnen.

Anders ist das bei einem Konto ohne Schufa. Hier stellt das Geldinstitut keine Anfrage an die Datei. Hier obliegt es dem Kunden selbst, darauf zu achten, dass er kein zweites geschütztes Konto eröffnet. Tut er dies trotzdem, macht er sich strafbar. 

So ein schufafreies Konto wird in der Regel von jungen fintech Startups angeboten, die noch nicht über eine Banklizenz verfügen. Sobald die Finanzunternehmen wie eine Bank agieren, verlangen sie eine Schufa Auskunft.

Das P-Konto funktioniert im Prinzip wie ein vollkommen normales Girokonto. Mit seiner Hilfe können zum Beispiel Überweisungen getätigt werden. Auch die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr ist unter Umständen möglich. Die meisten Banken stellen eine Karte aus, mit der im Geschäft gezahlt werden kann. Auch Lastschriften können auf diesem Konto eingelöst werden.

Anders als ein herkömmliches Konto kann diese Variante nicht gemeinschaftlich geführt werden. Für ein Pfändungsschutzkonto kann nur ein Eigentümer eingetragen werden. Hat ein Ehepaar bislang ein gemeinschaftliches Konto geführt, muss diesen auf einen der Partner überschrieben werden. Der andere eröffnet dann bei der Bank ein eigenes Konto. Beide Konten können in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden.

Die Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto kostet nichts - die Kontoführung hingegen meist schon. Diese Kosten dürfen allerdings nicht zu hoch ausfallen, das hat der Gesetzgeber so vorgeschrieben. Kunden können von Kosten zwischen zwei und 15 Euro pro Monat ausgehen.

P-Konto - Online Konto Ohne Schufa

Konto online eröffnen 

Auch wenn sie das Recht auf ein P-Konto haben, scheuen sich viele Menschen vor der Beantragung. Schließlich steht ihnen in diesem Fall ein unangenehmes Gespräch mit dem Bankberater bevor. Sie müssen ihre finanziellen Verhältnisse offen legen - und letztlich um Hilfe bitten. Keine schöne Vorstellung.

Die Lösung lautet: Ein P-Konto online eröffnen. Zuerst ein normales Girokonto eröffnen, dann dieses Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen.

Wer schon oft Kontakt mit Inkasso-Büros hatte, sollte sich für ein Konto ohne Schufa entscheiden.

Das bieten inzwischen viele Unternehmen aus dem Bereich Fintech an. Das heißt, sie haben alles rund um das Konto ins Internet verlegt.

Hier können Kunden ein Konto eröffnen trotz Schufa und Pfändung. Das Konto wird einfach online beantragt, auch die Identifikation funktioniert über einen Videoanruf. Binnen einer Viertelstunde ist alles erledigt - und der Kunde verfügt über eine Kontonummer.

Dieses Konto ist aber noch ohne Pfändungsschutz. Dessen Einrichtung muss noch beantragt werden.

Es ist aber hier auch möglich, das P-Konto online zu eröffnen. Ein formloser Antrag per E-Mail reicht aus. Ablehnen darf die Bank diesen Antrag nicht, auch nicht bei einem online Konto ohne Schufa. Der Schutz besteht binnen weniger Tage nach diesem Antrag.

P-Konto schon vor der Pfändung eröffnen? 

Ist das Konto gepfändet, sollte schleunigst ein Pfändungsschutzkonto beantragt werden. Allerdings muss der Kunde dann einige Tage (maximal vier Bankarbeitstage) ohne Zugriff auf sein Geld überbrücken. Denn die Bank wird nach einer Pfändung das gesamte Guthaben einfrieren.

Deswegen empfiehlt es sich, den Schutz zu beantragen, bevor das Konto gepfändet ist. Das kann zwar mehr als vier Bankarbeitstage dauern, aber noch brennt es ja auch nicht.

Das ist durchaus möglich. Denn die Bank braucht keinen Grund, um ein P-Konto zu eröffnen. Jeder Kunde hat das Anrecht auf einen solchen Schutz. Der Antrag sollte also gestellt werden, sobald die Pfändung droht. Nur so ist es möglich, kontinuierlich über das Guthaben zu verfügen. Zum Beispiel, um die Miete zu überweisen.

Kann ich auf einem P-Konto sparen?

Für ein Pfändungsschutzkonto gilt ein gewisser Freibetrag - die Pfändungsfreigrenze. Wie hoch sie ist, erklären wir im nächsten Absatz. Ist der P-Konto Freibetrag überschritten, überweist die Bank die entsprechende Summe an die Gläubiger.

Es ist zwar möglich, einen Teil des Guthabens mit in den nächsten Monat zu nehmen. Allerdings zählt diese Summe dann zur Pfändungsfreigrenze für diesen Monat dazu. Die Bank wird dann mehr überweisen. Es ist insofern nicht möglich, auf einem solchen Konto Geld anzusparen.

Es empfiehlt sich also, Restbeträge am Ende des Monats abzuheben. Unter dem Kopfkissen können Schuldner so viel Geld ansparen, wie sie möchten - vollkommen unabhängig vom Freibetrag P-Konto.

Pfändungsfreigrenze P-Konto: was gilt es zu beachten?

Auf einem P-Konto ist nicht unendlich viel Geld geschützt. Dafür gibt es sogenannte Freigrenzen. Ist der P-Konto Freibetrag überschritten, wird das darüber hinausgehende Guthaben an die Gläubiger überwiesen. Der P-Konto Freibetrag erhöht sich mit jeder Person, für die Unterhalt gezahlt werden muss.

Es ist darüber hinaus aber auch möglich, den P-Konto Freibetrag unabhängig davon erhöhen zu lassen. Das funktioniert immer dann, wenn besondere Lebensumstände vorliegen.

Besonders gute Karten haben Menschen, die an einer chronischen Krankheit leiden - zum Beispiel Diabetes. Sie können geltend machen, dass sie für ihre Lebensführung mehr Geld benötigen als andere. Auch Pendler können einen solchen Antrag stellen. Denn sie haben hohe Ausgaben, um zur Arbeit zu kommen.

Eine solche P-Konto Bescheinigung stellt zum Beispiel eine offizielle Schuldnerberatung oder das Amtsgericht aus. Den Mitarbeitern dort müssen die Schuldner die Lebensumstände genau erklären.

Auch Belegen können notwendig werden. Das sind zum Beispiel die Diagnose des Arztes oder der Arbeitsvertrag. Die Mitarbeiter werden die Unterlagen eingehend prüfen. Fällt dieser Vorgang positiv aus, stellen sie die P-Konto Bescheinigung aus. Diese muss dann bei der Bank abgeben werden, die wiederum den P-Konto Freibetrag erhöht.

Für die nun höhere Pfändungsfreigrenze muss in regelmäßigen Abständen eine neue Bescheinigung vorgelegt werden.

Pfändungsschutztabelle 2019 - 2021

Gemäß der seit 1. Juli 2019 aktuellen Pfändungsschutztabelle beträgt die monatliche Pfändungsschutzgrenze 1.178,59 Euro für eine alleinstehende Person. 

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz führt die Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen gemäß Bekanntmachung vom 4. April 2019 (BGBl. I S. 443) – ab 1. Juli 2019 geltende Pfändungsfreigrenzen – in dieser Broschüre auf.

Kontopfändung aufheben

Viele Menschen fragen sich, ob und wie sie eine Kontopfändung aufheben können. Dazu gibt es zwei Wege. Zum einen gibt es die Möglichkeit, dass die Pfändung erfolgreich verläuft. Die Bank wird dann das Konto wieder freigeben.

Das ist aber nicht immer ohne Weiteres möglich. Manchmal ist die Forderung dafür einfach zu hoch. Dann besteht noch die Möglichkeit, mit den Gläubigern zu verhandeln. Sie haben die Möglichkeit, die Pfändung von sich aus bei der Bank wieder zurückzunehmen. Das empfiehlt sich allerdings nur, wenn es sich um eine einzige Forderung handelt.

Für ein solches Verfahren ist nämlich ziemlich viel Verhandlungsgeschick notwendig. Vor allem muss der Schuldner seinem Gläubiger darlegen, wie er das Geld zurückzahlen möchte. Gemeinsam werden beide Parteien einen Ratenplan aufstellen. Hält sich der Schuldner an diesen Plan, wird der Gläubiger die Forderung zurücknehmen. Schließlich ist ein solches Verfahren auch in seinem Interesse. Er hat dadurch weit weniger Verwaltungsaufwand.

Online Konto ohne Schufa

Hintergründe

Also, theoretisch ist die Welt jetzt klar:

Wenn sich die Banken stur gestellt haben, Dir ein Konto zu gewähren, weil Du eine schlechte Bonität hast oder keinen festen Wohnsitz oder was auch immer, dann kannst Du ein Basiskonto verlangen.

Wenn Du ein Girokonto besitzt, aber die Pfändung droht, kannst Du Dein Bankkonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln (P-Konto). Auch klar.

Aber was ist, wenn Du noch nicht komplett am Boden zerstört bist, aber trotzdem eine schlechte Bonität hast, und die Banken sich einfach weigern, Dir ein normales Girokonto einzurichten. Weil sie sich bei der Schufa erkundigt haben und über Dich eine negative Schufa Auskunft bekommen haben? Und Du ein Konto eröffnen möchtest trotz Schufa?

Dann gibt es immer noch eine kleine, hilfreiche Nische: das schufafreie Konto füllt die Lücke!

So ein Guthabenkonto ohne Schufa wird meistens von kleineren Banken oder von jungen fintech Startups angeboten, die noch über keine Vollbanklizenz verfügen und sich die ihnen entstehenden teuren Gebühren für die Schufa Abfragen sparen wollen. Also ganz pragmatisch gedacht.

Ein Nebeneffekt ist: Um Kosten zu sparen, sind die am Markt etablierten schufafreien Konten in der Regel online Konten. D.h. für Dich, Du kannst damit ein online Bankkonto eröffnen.

Anbieter von einem online Konto ohne Schufa

Es gibt zwei etablierte Anbieter von einem online Konto ohne Schufa. Das ist das Produkt "MeineGiroKarte" von PayCenter und das "Girokonto Plus" der Norisbank. Die Norisbank ist die Direktbank der Deutschen Bank.

Beide Angebote berücksichtige die Schufa nicht. Die führenden Geschäftsbanken verpflichten sich in ihren internen Prozessen zur Risikominimierung, immer eine Schufa Abfrage durchzuführen. Damit wollen sie sich bei jedem Antragsteller von dessen Kreditwürdigkeit und Zuverlässigkeit überzeugen.

PayCenter lässt die Schufa komplett außen vor. Und die Norisbank fragt nur bei der Schufa nach, um herauszufinden, ob die Lage vielleicht doch nicht so schlecht ist. 

Aber ein eventuell vorhandener negativer Schufa-Eintrag spielt bei beiden Instituten keine Rolle bei der Vergabe des Kontos. Das schufafreie Konto wird auch später nicht in die Schufa Datenbank übernommen. 

P-Konto und schufafreie Anbieter: N26 und PayCenter „Meine Girokarte“

N26 und PayCenter sind zwei fintech Anbieter, die sich auf online Konten spezialisiert haben und dadurch preisgünstige Produkte offerieren. Da sie wie alle anderen Banken auch angehalten sind, auch ein Jedermannkonto für Kunden mit schlechter Bonität zu offerieren, nutzen die beiden Anbieter ihre online Vorteile und bieten jeweils ein flexibles und einfach zu handhabendes Produkt als P-Konto an.

P-Konto bei N26

N26 Girokonto

N26 ist ein Berliner fintech Unternehmen und besitzt inzwischen eine europäische Vollbanklizenz. Mit seinen Kontomodellen, die auf Online Banking und / oder App-basierter Verwaltung beruhen, spricht N26 vor allem jüngere Kunden an. N26 hat mit seinem Geschäftsmodell ein rasantes Wachstum in den letzten Jahren erlebt.

Als in Deutschland ansässiges Finanzinstitut unterliegt N26 der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Durch die Einlagensicherung ist das Geld der Kunden, wie bei jeder deutschen Bank, bis 100.000 Euro geschützt.

Als Standard Produkt bietet N26 ein kostenloses Girokonto an, inklusiver einer Mastercard Debit, also Guthaben-basiert. Mit diesem kostenlosen Bankkonto wollte N26 ursprünglich die Finanzwelt revolutionieren. Dieses gebührenfreie Girokonto bietet zusätzlich noch drei besondere Ausstattungsmerkmale:

  • MoneyBeam: MoneyBeam ermöglicht das Versenden von Geld an die im Smartphone gespeicherten Kontakte, dafür muss man nicht deren Bankverbindung kennen oder gerade zur Hand haben.
  • Google Pay: das Konto kann mit Google Pay verbunden werden, so dass bargeldloses Bezahlen per Smartphone ganz einfach wird
  • TransferWise: für Auslandsüberweisungen arbeitet N26 mit dem britischen fintech Unternehmen TransferWise zusammen. TransferWise ist ein P2P Marktplatz und bietet als Service einen optimalen Wechselkurs an.

Darüber hinaus bietet das N26 Girokonto alle üblichen Features, wie bei jeder großen Bank auch (im Zweifel sogar besser):

  • Überweisungen in der SEPA-Region und Bestätigung der Zahlung direkt in der App
  • Geld versenden per SMS oder email
  • An jedem Mastercard Geldautomaten weltweit Geld abheben
  • Geld abheben oder Geld einzahlen bei über 6.000 Handelspartnern in Deutschland: Cash26 
  • Mastercard und MaestroCard

  • Cash26 ist ein Netz aus angeschlossenen Partnern, bei denen N26 Kunden Geld abheben oder einzahlen können. Cash26 Partner sind unter anderem in Deutschland REWE, Penny, dm, Rossmann, real, Bundi, Ludwig, Eckert, ON, Adam's, und Barbarino.

    Übrigens, eins noch: ist das N26 Konto nun tatsächlich ein online Konto ohne Schufa? Nein, das ist es nicht (mehr). Am Anfang der N26 Unternehmensgeschichte, als junges Startup, hat N26 schufafreie Konten angeboten, weil erstens die Kooperation mit der Schufa viel Geld kostet und weil es zweitens für das aufstrebende Unternehmen ein gutes Marketing-Argument war, mit einem schufafreien online Konto zu werben.

    Aber seit dem Erwerb der Vollbank-Lizenz 2016 ist dies für N26 nicht mehr möglich, daher gibt es nun das N26 Girokonto trotz Schufa, aber nicht ohne Schufa.

    4 Schritte zum Erhalt Deines kostenlosen N26 Girokontos:

    N26 kostenloses Girokonto

    N26 Flex Konto

    Aber wie sieht es nun aus bezüglich des Pfändungsschutzkontos bei N26?

    Dafür hat N26 das Flex Konto eingeführt. N26 sagt: "wenn die Bonität die Mindestanforderungen nicht erfüllt"

    Das Flex Konto ist eigentlich das gleiche wie das Girokonto. Eigentlich.

    Im Unterschied zum kostenlosen N26 Girokonto müssen Kunden beim N26 Flex Konto Gebühren bezahlen:

    • 6€ als monatliche Kontoführungsgebühr
    • 2€ pro Bargeldabhebung am Geldautomat oder in einer Cash26 Filiale

    Die anfallenden Gebühren bucht N26 direkt vom Konto ab.

    Die gute Nachricht ist: ansonsten bietet das P-Konto den gleichen Umfang an wie ein normales Girokonto auch, mit der Debitkarte (Guthabenkarte) zur Handhabung des P-Kontos.

    Da N26 über eine eigene Bank-Lizenz verfügt, können Kunden ihr normales N26 Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln lassen. Die Bank darf diesen Antrag nicht ablehnen. N26 schützt in diesem Fall die Pfändungsfreigrenze, schränkt allerdings den kostenlosen Service ein bzw. führt die gerade genannten gebühren ein.

    Da ich auch N26 Kunde bin und dort ein Girokonto habe (mit dem ich im Übrigen sehr zufrieden bin!), habe ich den N26 Support kurz kontaktiert und nach dem Flex Konto gefragt.

    Die Antwort zeige ich Dir hier:

    N26 Flex Konto 1
    N26 Flex Konto 2
    Kreditkarte, P-Konto, MeineGiroKarte

    PayCenter: MeineGiroKarte

    PayCenter geht einen anderen Weg als N26. PayCenter ist auch ein deutscher fintech Anbieter, er nennt sich E-Geldinstitut mit eigener Banklizenz (seit 2012) und besitzt zwei Niederlassungen, eine in Freising und eine in Stuttgart.

    PayCenter bietet zwei verschiedene Produkte an:

    • SupremaCard ist ein Girokonto auf Guthabenbasis, schufafrei (ohne Schufa Auskunft bei der Beantragung oder danach)
    • MeineGiroKarte ist ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto), ebenfalls schufafrei

    Diese beiden Produkte kann man also mit Fug und Recht als online Konto ohne Schufa bezeichnen!

    Bei beiden Konten erfolgt die gesamte Abwicklung online. Bei der Beantragung hat der Kunde die Wahl zwischen dem PostIdent-Verfahren und dem VideoIdent-Verfahren. Das geht einfach per Smartphone und Internetverbindung.

    Sobald die Registrierung und Identifikation abgeschlossen ist, bekommt man die MeineGiroKarte als Prepaid Mastercard zugesandt. Mit ihr kann er Geld abheben sowie im Internet und Geschäft bezahlen. Sogar im Ausland kann die Karte für Zahlungen genutzt werden. Der Kunde kann sich stets auf den Service und die Beratung der Mitarbeiter verlassen. Sie stehen ihm auch in schwierigen Fällen mit Rat und Tat zur Seite.

    Welche Gebühren entstehen für MeineGiroKarte? Ein Blick auf das Preis-Leistungsverzeichnis zeigt die Entgelte.

    Okay, das Ass im Ärmel von PayCenter ist das online Konto ohne Schufa. Aber diesen Vorteil lässt sich der Anbieter auch gut bezahlen.

    Ich habe mir die MeineGiroKarte bestellt. Der Prozess ist einfach und selbsterklärend, egal ob am Computer oder ob am Smartphone. Mit ein paar Klicks sind alle Daten eingegeben und ich werde gebeten, mein neues Konto aufzuladen. Gleichzeitig bekomme ich damit meine erste Abrechnung für dieses schufafreie Konto:

    • monatliche Kontofunktion für die Umwandlung des Kontos in ein P-Konto: 5,00 €
    • monatliches Entgelt: 6,50 € (als reines online Konto ohne Schufa)
    • Versandkosten einmalig: 5,95 €
    • Aktivierungsentgelt: 39,00 €
    • Mindestguthaben: 0,01 €

    Macht in Summe 56,46 €, die fällig werden.

    Gleichzeit sehe ich, dass in Zukunft monatliche Gebühren in Höhe von 5,00 € + 6,50 € = 11,50 € fällig werden.

    Norisbank Girokonto Plus online Konto ohne Schufa

    Norisbank: Girokonto Plus

    Die Norisbank ist die Direktbank Tochter der Deutschen Bank. Damit stehen allen (potentiellen) Kunden die Filialen und Geldautomaten der Deutschen Bank zur Verfügung, um Geld ein- und auszuzahlen.

    Das Girokonto Plus der Norisbank spricht explizit zahlungsschwache Kunden an. Auf die Frage "Kann ich ein Girokonto plus eröffnen, wenn ein negativer SCHUFA-Eintrag vorliegt?" antwortet die Norisbank in ihrem FAQ Bereich "Vor einer Kontoeröffnung prüfen wir verschiedene Kriterien. Sofern die wesentlichen Anforderungen erfüllt werden, bieten wir Ihnen auch bei vorhandenen negativen SCHUFA-Einträgen grundsätzlich die Führung unseres leistungsstarken Girokonto plus an."

    Die Identifikation des Kunden erfolgt in der Regel über das PostIdent Verfahren. (Auf der Homepage wird auch VideoIdent als Möglichkeit genannt).

    Nach der Beantragung und Verifikation des Kontos bekommst Du eine Servicekarte (Debitkarte) zugesendet per Post.

    Ein weiterer Services, den die Norisbank mit dem Girokonto Plus bietet, ist die Möglichkeit, sich in allen teilnehmenden Supermärkten Bargeld auszahlen zu lassen. Teilnehmende Supermärkte sind Aldi Süd, Penny, Rewe, Familia, tegut und manche Märkte von Edeka.

    Welche Gebühren entstehen für das Girokonto Plus?

    Wenn es um die Gebühren geht für dieses online Konto ohne Schufa, dann hat die Norisbank die Nase weit vorn: 7,50€ pro Monat Kontoführungsgebühr (das ist teurer als das PayCenter Produkt).

    Aber dafür sind inklusive:

    • Konto Ersteinrichtung: ohne Gebühr
    • Debitkarte inklusive
    • Kontowechselservice inklusive
    • VideoIdent inklusive
    • SEPA Überweisungen mittels Online Banking inklusive
    • 24/7 Kunden Hotline inklusive

    Fazit P-Konto, Basiskonto und online Konto ohne Schufa

    Ich finde, sowohl N26, PayCenter als auch die Norisbank bieten moderne online Konten an mit vielen Vorteilen. Es liegt an jedem selber zu beurteilen, was besser passt.

    Aus meiner Sicht:

    • Wenn Du ein kostenloses Girokonto suchst, dass Du im Zweifel in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln kannst, bist Du bei N26 richtig.
    • Wenn Du ein online Konto ohne Schufa suchst, schufafrei, bist Du mit der MeineGiroKarte und dem dahinter stehenden P-Konto richtig, auch wenn Du dafür hohe monatliche Gebühren zahlen musst.

    Egal, wie Du Dich entscheidest: Erzähle mir und Deinen Freunden mehr darüber!